Mittwoch, 28. September 2016 07:33

Schreiben von Pater Peter Hillen

MISSION DER PALLOTTINER IN NIGERIA

P. Peter Hillen SAC
P.M.B. S021
AWKA-Mbaukwu/Anambra-Nigeria

E-mail: hillenpjsac@remove-this.gmail.com
Tel: 08025649089

Liebe Freundinnen und Freunde,

Ganz herzliche Grüße aus Nigeria vom Pallotti-Haus in Mbaukwu. Ich bin für drei Wochen in Deutschland, wenn Sie diesen Brief erhalten. Ich muss etwas Erholung finden und auch in ärztliche Behandlung. Im letzten Brief habe ich zwar ein Lob- und Danklied auf meiner Gesundheit gesungen, doch habe ich Probleme mit meinem rechten Knie. Ich hoffe es bedarf keiner Operation. Ich kann nicht alle meine Verwandten und Bekannten besuchen, doch möchte ich einige Tage in meiner Heimat auf dem Hunsrück verbringen.
Ich bin jedenfalls für ein weiteres Jahr in Mbaukwu tätig, nicht mehr als Rektor, nicht mehr in der Ausbildung doch als Verwalter der kleinen Wasserfabrik (Trinkwasser in Beuteln) und der Farm, die ich hoffentlich ausbauen kann.
Im Januar bin ich 10 Jahre hier und war fast 35 Jahre in der Ausbildung unserer Postulanten und Studenten tätig (Kamerun, Südafrika und Nigeria). Ich blicke dankbar auf diese Jahre zurück die mich auch jung gehalten haben.
Ich werde auch weiterhin für Sozialprojekte verantwortlich sein und rechne auf weitere gute Zusammenarbeit mit Ihnen und mit den Organisationen, die bisher geholfen haben. Mission besteht darin, Beziehungen zu schaffen und Menschen lehren, das Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Vor einigen Tagen kam ein junger Mann mit dem Auto angefahren. Es war Martin der sein Studium als Optiker abgeschlossen hat. Im Büro gab er mir einen Umschlag und sagte, das ist mein erster Lohn, den ich Ihnen hiermit übergebe. Ich bin dankbar für die Hilfe, die ich für mein Studium von Ihnen bekommen habe. So kam auch eine Delegation vom Ortsteil Ogba zu mir und brachte einen großen Truthahn und fünf Jamwurzeln als Dank für zwei Häuser für arme Familien, eine Palmölmühle für Frauen und ein Bohrloch mit Hochbehälter, die ich in dem Dorf errichten konnte. So habe ich auch im Laufe der Jahre viele Auszeichnungen und Ehrentitel als Dank für die Hilfe, die Sie möglich gemacht haben. Durch unsere Projekt profitieren nicht nur Einzelne, sondern ganze Stadtteile; Wasserprojekt, Frauen- und Jugend-empowerement, Hilfe für Kinder und Studenten sind zukunftsorientiert.
Nigeria ist in einer schlimmen Wirtschaftskrise/Rezession. Die Priese steigen, das Geld verliert an Wert, die Menschen werden ärmer und ärmer.
Wir werden weiterhin versuchen, Gutes zu tun und die Not der Menschen zu lindern, ihnen Hoffnung auf Zukunft zu geben.
Ich habe in den letzten Jahren eigentlich Nichts für mich selbst erbettelt. Doch muss ich heute einen Hilferuf loslassen. Als Rektor hatte ich zwar keinen Privatwagen, doch benutzte ich den Kleinbus, den der Gouverneur uns geschenkt hat.
Ich brauche jetzt aber einen geländefähigen Wagen (Hilux/Ford), der mir sowohl für die Farmarbeit als auch für die Projekte hilfreich sein wird. Ich werde mich nach einem guten Gebrauchtwagen umschauen, der mich an die 5000,- Euro kostet. Bitte helfen Sie mir mit meinen altersbedingten Beschwerden, mobil zu bleiben.
Die Priesterweihe am 20. August ist gut verlaufen. Zwei der drei Neupriester, Marcel und Josephat, werden nach Kamerun in die Seelsorge gehen, während Anthony das Postulat hier übernimmt. Charles, der in Südafrika studiert, wird am 17. Dezember hier in Awk zum Priester geweiht. Er wird dann zurück nach Südafrika in die pastorale Arbeit gehen.
Sechs unserer Studenten, die in Kamerun studieren, kamen nach drei/vier Jahren auf Heimaturlaub. Drei von ihnen werden dann im nächsten Jahr zu Priestern geweiht.
So sehe ich in meinem Alter die Früchte all unserer Bemühungen und bin im Herzen dankbar.
Ich wünsche Ihnen weiterhin Gottes reichen Segen und sage „Vergelt’s Gott“.


Ihr P. Peter Willen SAC